Hahnheimer Kirche
Hahnheimer Kirche

Innenrenovierung der Kirche Hahnheim


Der Wiesbadener Künstler Eberhard Münch gestaltete die Hahnheimer Kirche neu.

 

Die feierliche Wiedereröffnung war am

Ostersonntag 24. April 2011.

 

 

Einige ältere Hahnheimer erinnern sich noch an die frühere, detailreiche Ausgestaltung der 1836 erbauten Simultankirche: An Wänden und Decke vollständig ausgemalt, Ornamentbänder um die Fensternischen, eine hohe Kanzel, altes Chorgestühl sowie ein halbrundes Fenster in der Nische hinter dem Altar. In den letzten Kriegstagen von 1945 wurde die Kirche nahezu komplett zerstört, die gesamte Innenausstattung ging verloren. Anfang der fünfziger Jahre wurde das Gebäude zwar wieder aufgebaut, blieb aber weitestgehend schmucklos. Erst in jüngster Zeit waren im Kirchenraum durch zwei geschnitzte Wandtafeln, den neuen Altar, die Kanzel und das Taufbecken neue Akzente gesetzt worden. Die Frauen des evangelischen Kirchenchores Hahnheim hatten 1997 das erste Holzrelief anlässlich des 100. Jubiläums gestiftet und auch später immer wieder Ausstattungsgegenstände gespendet.


Doch immer wieder wurde der Wunsch nach einer Neugestaltung der Kirche laut, vor allem das halbrunde Fenster sollte wieder geöffnet werden, um mehr Licht in die Kirche zu lassen. So schrieb die evangelische Kirchengemeinde Selzen-Hahnheim-Köngernheim für die Gestaltung eines Auferstehungsfensters einen Wettbewerb aus und der Kirchenvorstand kämpfte bei der Kirchenbauverwaltung gar für eine komplette Renovierung der Kirche.


Bei Beratungen mit Fachleuten der kirchlichen Denkmalpflege wurde schließlich beschlossen: Diese Kirche hat es nach so langer Zeit verdient, neu gestaltet zu werden. Den Wettbewerb gewann Eberhard Münch, der nach Abschluss der Vorarbeiten ab März mit der künstlerischen Ausgestaltung begann. „Eberhard Münch hat die christliche Botschaft der Auferstehung als Thema des neuen Kirchenfensters für den gesamten Kirchenraum aufgegriffen und es in der Gestaltung des Raumes weitergeführt", sagt Pfarrerin Silke Bretschneider-Müller, die das Projekt betreute. „Das Fenster wurde geöffnet, nun strahlt das Licht ein und wird durch Gelb-, Orange- und Rottöne in einer vor die Wand der Altarnische gesetzten dreiteiligen Glasgestaltung aufgenommen und weitergeführt, wobei die Bemalung über das Fenster hinaus gezogen wurde, um so das Bewegte zu verdeutlichen".  Besonders markant ist das etwa drei Meter hohe, schmale und geschwungene Holzkreuz, das trotz seiner Größe Leichtigkeit ausdrückt.


„Das Gesamtbild in Farben und Formen ist ein zeitgemäßer Ausdruck für die Hoffnung, die Christen mit der Auferstehung verbinden", erklärt Silke Bretschneider-Müller. Die Entwürfe des Wiesbadener Künstlers hatten die Verantwortlichen vor allem deshalb überzeugt, weil Eberhard Münch in der schlichten Hahnheimer Kirche das Auferstehungsthema des Fensters so konsequent für den gesamten Raum umsetzte.

Die geschätzten Kosten für die Neugestaltung der Kirche liegen bei etwa

180 000 Euro. Einen Teil kann die Evangelische Kirchengemeinde durch das Erbe der verstorbenen Erika Kröhler finanzieren. „Dennoch sind wir auf weitere Spenden angewiesen", sagt Pfarrerin Bretschneider-Müller.

 

Spendenkonto Kirche Hahnheim

Kontonummer: 6500 6405

BLZ: 55091200

Bank: Volksbank Alzey

 

(Dieser Text ist einem Artikel von Frau Bergund Hilgers entnommen, der am 18. Februar 2011 im Landskronteil der Allgemeinen Zeitung erschien).


Der Künstler Eberhard Münch
Der Künstler Eberhard Münch
Nun kann es Ostern werden - 24. April 2011
Nun kann es Ostern werden - 24. April 2011

Das Kreuz ist ja schief !


Unsere Hahnheimer Kirche hat in den vergangenen vier Monaten ein ganz neues Gesicht bekommen. Sie wurde zum Thema "Auferstehung" wunderschön neu gestaltet. Die vorher doch sehr schlichte Kirche strahlt nun in einer Farbenpracht, daß selbst Menschen, die nur an der offenen Kirchentür vorbeigehen wollten, einfach hineingehen müssen und hineingezogen werden in die Botschaft von der Auferstehung Jesu. Unbeteiligt bleibt da keiner.

"Ist das schön! Aber das Kreuz ist ja schief." Vom Anfang unserer Renovierung an war das neue Kreuz ein Stein des Anstoßes. Das alte gerade Kreuz im Altarraum ist durch ein geschwungenes bewegtes Kreuz ersetzt worden. "Aber das Kreuz ist ja schief!". Immer, wenn ich diesen Einwand höre, muß ich an eine Liedzeile aus einem unserer Gesangbuchlieder denken: "Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Ärgernis und eine Torheit werden..."

Jedes Kreuz ist und bleibt ein Stein des Anstoßes für uns: ein Folterinstrument als Zeichen unseres christlichen Glaubens? Das ist und bleibt schief. Kreuze sind da, um Anstoß daran zu nehmen. Vielleicht ist es gut, sich vom Kreuz wieder mal stören zu lassen. Da hilft es, wenn die Form des Kreuzes verfremdet ist und das Kreuz nicht so aussieht wie gewohnt. Das bringt die Gedanken in Aufruhr und in Bewegung. Dann bleiben wir nicht unberührt und lassen uns hineinziehen in die Auferstehung: Alle unsere Sicherheiten werden in Frage gestellt - alles was vorher so gerade gestanden hat, wird schief - alles Starre kommt in Bewegung.

Ab Ostersonntag laden wir Sie herzlich dazu ein, sich in unserer Kirche an unserem schiefen Kreuz zu stoßen und Ihre Gedanken in Bewegung zu bringen.


Pfarrerin Anne Waßmann