Weihnachtsoratorium von Joh. Seb. Bach

Dezember 2011 in der Evang. Kirche Selzen

 

Aus der Sicht eines Chorsängers:


Als im Januar unser neuer Chorleiter Giuliano Mameli ankündigte, dass wir im Dezember das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufführen würden, waren wir alle sehr überrascht und auch skeptisch.

Schließlich ist dieses populäre Werk von Bach durchsetzt mit Chorstücken, die es in sich haben !


Aber wir waren ja von unseren vorherigen Chorleitern schon einiges gewöhnt und ließen uns darauf ein.


Der Anfang gestaltete sich zäh. Herr Mameli legte besonderen Wert auf Dinge, die bisher nicht so zwingend im Fokus standen. Besonders war eine präzise Aussprache gefragt, was uns (Rhoihesse) zuerst eher schwerfiel. Die Stücke waren anspruchsvoll und für alle Stimmen in für uns ungewöhnlich hoher Lage. Wir probten und probten und probten und waren uns Mitte des Jahres sicher – das wird ein schwieriges Unterfangen.


Hilfreich war allerdings, dass wir einige Projektsänger gewinnen konnten, die das Oratorium bereits mitgesungen hatten. Sie kamen aus Köngernheim, Gau-Bischofsheim, Bodenheim und nahmen es  jeden Mittwoch auf sich nach Selzen zu kommen, um uns zu unterstützen. Auch drei Selzer zählten zu dieser Gruppe. Dafür allen ein herzliches Dankeschön.


Bis zu den Herbstferien kämpften wir mit den Stücken. Dann entschloss sich Herr Mameli, ein zusätzliches Probenwochenende einzuschieben. Und siehe da – plötzlich machte das Ganze richtig Spaß. Die Stücke nahmen Gestalt an und wurden immer besser.


Dann kam der Tag der Hauptprobe: zum ersten Mal proben mit Teilen des Orchesters. Würde das klappen? Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten lief es dann erstaunlich rund und wir freuten uns schon auf die Generalprobe mit dem kompletten Orchester. Pauken und Trompeten in der Selzer Kirche – das hatten wir auch noch nicht.


Nun ist die Selzer Kirche nicht riesig und ein 25 Mann starkes Orchester samt einem 35köpfigen Chor wollen erst einmal untergebracht werden.

Es wurde also ein Podest für den Chor gebaut und dann die Orchestermitglieder so verteilt, dass keiner dem anderen ins Gehege kam. So musste die Pauke vor die vordere Eingangstür und die Trompeten auf die Bänke des Chorgestühls ausweichen.


Am Tag der Aufführung waren alle aufgeregt. Würde alles klappen? Würde das Konzert gut besucht sein?


Was die Besucheranzahl angeht, hätten wir uns keine Sorgen zu machen brauchen, denn wir blickten auf voll besetzte Reihen.


Bereits bei den ersten Tönen stellte sich bei allen ein gutes Gefühl ein. Wir vom Chor waren hochkonzentriert und freudig gespannt.


Die vier Solisten Birgit Trost, Oliver May, Christian Richter und Florian Küppers waren toll und sangen ausdrucksstark und klar. Besonders die Darbietung von Altus Oliver May war ein Erlebnis. Ein Mann, der Altus singt – da konnte man sich richtig vorstellen, wie das Oratorium zu früheren Zeiten klang, als Frauen noch nicht öffentlich singen durften.

Die klare Sopranstimme von Birgit Trost, der weiche Altus von Oliver May, Christian Richters wunderbarer Tenor und der tiefe Bass von Florian Küppers – allein das machte das Zuhören zu einem Erlebnis.


Orchester und Chor harmonierten dazu hervorragend.


Das Publikum honorierte dies am Ende mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen.


Wir alle vom Chor waren überglücklich. Das lange und intensive Proben hatte sich wirklich gelohnt.


Die Reaktionen der Zuhörer im Anschluss reichten von wundervoll, über „ich hatte wirklich Gänsehaut“ bis "hervorragend" und "rundum gelungen".


Was wollten wir mehr.

Eine bessere Einstimmung auf Weihnachten konnte man sich kaum vorstellen.


Wir ließen den Abend noch bei einem Imbiss und einem Glas Sekt ausklingen und freuen uns nun schon auf die nächsten Aufgaben, die uns unser Chorleiter stellen wird.


Bereits am Karfreitag werden wir eine Kantate von Felix Mendelssohn-Bartholdy aufführen. Auch hierbei sind wieder Projektsänger und natürlich auch neue Chorsänger herzlich willkommen.


Wer Interesse hat, kann sich wenden an: Giuliano Mameli (kimuheim@gmx.de) oder Antje Conrad (antjeconrad@web.de).

Die Proben finden mittwochs von 20 – 22 Uhr statt.

Außerdem ist ein Probenwochenende vom 16. – 18. März 2012 vorgesehen.

                                                                                                                                                      Antje Conrad