Aufführung von Mozarts Requiem in der Ev. Kirche in Selzen
Aufführung von Mozarts Requiem in der Ev. Kirche in Selzen

 

Mozarts Requiem in Selzen


Die spätbarocke Selzer Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Publikum war aus vielen rheinhessischen Gemeinden gekommen, um die Aufführung von Mozarts Requiem zu erleben. „Wir haben einen guten Termin gewählt“, strahlte die Vorsitzende der Selzer Kantorei, Esther Braun, nach dem gelungenen Konzert, „am Totensonntag finden – im Gegensatz zur Adventszeit – kaum Konzerte statt".


Die Kantorei Selzen, der Chor des Volksbildungswerkes Wiesbaden-Klarenthal, das Rheinhessische Kammerorchester und vier Solisten hatten unter der Stabführung von Giuliano Mameli das Requiem bereits am Vortag in Wiesbaden mit großem Erfolg aufgeführt. Nun waren die Sängerinnen und Sänger und die Mitglieder des Kammerorchesters gespannt, ob es ihnen gelingen würde, auch das rheinhessische Publikum zu begeistern.


Bekanntlich starb Mozart im Dezember 1791, seine Schüler vollendeten die Arbeit für einen adligen Zeitgenossen, der die Totenmesse (Requiem) für seine verstorbene Frau in Auftrag gegeben hatte.


Den Akteuren gelang es, die 12 Sequenzen des Requiems in beeindruckender Weise zu interpretieren. Schon der Introitus zu Beginn des Konzertes, das Kyrie und Dies Irae (Tag des Zorns) zogen die Zuhörer in ihren Bann. Die Sequenz „Tuba mirum“ gestaltete sich zu einem glanzvollen Auftritt für den Bass-Solisten Lars Riedel, gefolgt von Koan-Sup Kims Tenorstimme, dem Altus von Oliver May und der Sopranistin Friedgard Teschemacher. So ergab sich ein schöner Quartettklang, dem die Zuhörer auch im „Benedictus“ andächtig lauschten. Mit dem „Agnus Dei" und "Communio“ endete das Requiem: „Christe du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, schenke ihnen ewige Ruhe.“


Die Endlichkeit unseres irdischen Daseins, die Auseinandersetzung mit Sünde und Vergebung, und die Gewissheit, dass die Verstorbenen vom Tode hinübergelangen zum Leben – das alles hat Mozart musikalisch beeindruckend in Szene gesetzt.

Auch wenn sicher viele Besucher des Konzertes den Verheißungen des Jenseits kritisch gegenüber stehen – Mozarts Requiem hat sie in ihren Bann gezogen. Und so gab es für alle Akteure lang anhaltenden Applaus und als Zugabe das Ave Verum von Mozart.


Im Evangelischen Gemeindehaus klang der beeindruckende musikalische Abend mit Saft und Secco und strahlenden Gesichtern der Selzer und Wiesbadender Sängerinnen und Sänger aus. Dort bestimmten schon wieder die irdischen Themen die Gespräche.


Klaus Penzer

 

Konzertplakat
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